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Ausreise über die Türkei

Aktuelles Verfahren über iData

Leitfaden zum Familiennachzug über die Türkei als PDF

Die Türkei war viele Monate lang der einfachste Weg für einen Familiennachzug. Visa können in der Botschaft in Ankara und den Konsulaten in Izmir und Istanbul beantragt werden. Die Wartezeiten sind stark gesunken und betragen nur noch 4 bis 6 Monate. Hauptproblem ist die mittlerweile fast unmögliche Einreise in die Türkei (siehe Rubrik: „Problem: Wie kommt die Familie von Syrien in die Türkei?“).

Einen Termin in der Türkei bekommt man nur über den Callcenter-Dienstleister iData. Das kostet pro Familienmitglied 7,80 Euro (früher €5), die über Kreditkarte oder per Banküberweisung abgerechnet werden können. Für die Terminvereinbarung braucht man:

  
1. die Passnummern, Namen und Geburtsdaten ALLER Familienmitglieder
  
2. eine zuverlässig funktionierende Telefonnummer 
  
3. eine zuverlässig funktionierende E-Mail-Adresse

Näheres zur Terminvereinbarung über iData steht auf der Internetseite der Botschaft, nämlich hier http://www.tuerkei.diplo.de/Vertretung/tuerkei/de/00-aktuell/21-idata-online-portal.html und in den FAQ bei iData unter https://nationalvisagermany.idata.com.tr/#/faq.

Die Reservierung erfolgt nun nicht mehr über Telefon, sondern über ein Webportal: https://nationalvisagermany.idata.com.tr/#/home. Dieses steht in Arabisch, Deutsch und Türkisch zur Verfügung.

Auf der ersten Seite wird die Nationalität des Flüchtlings und der Grund für den Visaantrag sowie die Anzahl der Familienmitglieder abgefragt.

Auf der Folgeseite müssen die Daten der Familie erfasst werden: Zuerst die Hauptperson (meist die Mutter) mit Vorname, Name, Geburtsdatum und Passnummer. Nach der Hauptperson kommen die Kontaktdaten. Hier ist es sinnvoll, die eigene E-Mail-Adresse und Handynummer anzugeben. Sie dürfte zuverlässig funktionieren, und so behält man als Helfer den Überblick, ob alles klappt. Das ist einfacher, als nachher irgendwelche Adressen oder Telefonnummern zu ändern, weil XY sein Handy verloren hat. Nach den Kontaktdaten werden die Namen, Geburtsdaten und Passnummern der übrigen Familienmitglieder angegeben.

Hier dürfen auf keinen Fall Fehler passieren, sonst steht die Familie irgendwann vor der Botschaft und wird nicht eingelassen.

An die E-Mail-Adresse wird gleich nach Abschluss des Registrierungsprozesses auf der Webseite eine Bestätigungsmail gesandt und dann ein bis zwei Monate vor dem Termin die eigentlichen Termindaten. Ohne eine funktionierende Adresse ist die Buchung also wertlos!

Auf der nächsten Seite werden die eingegebenen Daten nochmals angezeigt und man kann sie ggf. korrigieren. Anschließend müssen die Kreditkartendaten eingegeben werden bevor die Registrierungsnummern (neu beginnend mit 200.000 am 22.06.2016) angezeigt und ein PDF als Bestätigung mit weiteren Hinweisen (wieder wahlweise arabisch, deutsch oder türkisch) heruntergeladen werden kann.

Eine Buchung kostet pro Person (auch Babys) 7,80 Euro (früher €5), mit denen die Kreditkarte belastet wird. iData ist sehr zuverlässig – Probleme sind hier keine bekannt. Alternativ kann überwiesen werden.

Ob man das Geld anschließend von den Flüchtlingen einfordert oder nicht, muss jeder selbst entscheiden.

Unserer Erfahrung nach ist es schwierig, die Termine von den Flüchtlingen selbst buchen zu lassen. Das funktioniert oft nicht, da manchmal nur für die Frauen (ohne Kinder) Termine gebucht werden oder sonst wie Fehler passieren. Bis Juni 2016 konnte die Buchung ja auch nur auf Deutsch, Englisch oder Türkisch vornehmen, nicht aber auf Arabisch.

Wichtig

Wichtig ist: Man kann sich in der Türkei nicht aussuchen, bei welcher Botschaft oder in welchem Konsulat der Termin dann schließlich stattfindet – das kann also Ankara, Istanbul oder Izmir sein. Die meisten Termine finden in Istanbul statt. Wichtig ist auch: Bei der Registrierung bei iData bekommt man keinen Termin, sondern lediglich eine Nummer zugewiesen. Den genauen Termin mit Datum und Uhrzeit erhält man dann erst etwa einen Monat vorher per Mail mitgeteilt.

Die laufenden Nummern werden von den Botschaften der Reihe nach abgearbeitet. Seit langem kündigt idata an, über die Webseite eine Einschätzung der Wartezeit zu liefern – geschehen ist das bisher jedoch nicht. Derzeit werden pro Monat etwa 6.500 laufende Nummern abgearbeitet. Am 15. März 2017 ist die Nummer 209.403 dran – wer beispielsweise Nummer 220.000 hat, kann sich leicht ausrechnen, wie lange es noch dauert: 220.000-209.403=10.597 geteilt durch 6500 ergibt 1,6 Monate ab dem 15. März, also Anfang Mai, und so weiter…..

Vorteil Türkei

In der Türkei kann man wie auch in Beirut bereits einen Termin beantragen, wenn der Schutzberechtigte in Deutschland noch nicht anerkannt ist. Wenn ein Syrer die Pässe seiner Familie schon besorgen kann: Sofort bei iData über die Webseite einen Termin beantragen! So kann man Monate der Wartezeit einsparen.

Es kann sinnvoll sein, parallel in Beirut und in der Türkei einen Termin zu beantragen. Absagen kann man jederzeit, ein Problem wegen der Doppelbuchung gibt es hier nicht.

Zur Not ohne Pässe

Notfalls kann man auch ohne Pässe bei iData einen Termin erhalten. Das ist jedoch deshalb risikant, weil die Schreibweise der Namen abweichen kann, wenn später Pässe ausgestellt werden. Kleinere Abweichungen sind kein Problem, aber wenn dann auch noch die Geburtsdaten abweichen (was auch vorkommen kann) kann es beim Einlass in die Botschaft probleme geben.

Einreise erst nach dem Termin

Falls wegen der geschlossenen Grenze Türkei/Syrien eine Einreise erst nach dem Vorsprachetermin möglich ist, gibt es kulante Regelungen der deutschen Vertretungen. Details siehe „Problem: Wie kommt die Familie von Syrien in die Türkei?

Wichtig ist in jedem Fall, den Termin bei der deutschen Vertretung abzusagen, wenn absehbar ist, dass er nicht wahrgenommen werden kann.

Dokumente zur Ausreise aus der Türkei (Istanbul)

Nach Angaben von IOM muss die Familie eine Ausreisebescheinigung bei der türkischen Behörde „İstanbul Emniyet Müdürlüğü Yabancılar Şubesi“ (Adresse: Muhsine Hatun Mahalles, Çifte Gelinler Caddesi, No:29 / Kumkapi/ Fatih –Istanbul) einholen. Hierfür müssen die Ausreisetickets und das Visum vorgelegt werden.

Bei Fragen kann sich die Familie unter +90 (212)04010250 an die arabischsprachige Hotline von IOM wenden.

iData - Verfahren bis 21. Juni 2016

Das nachfolgend beschriebene Verfahren wurde ab dem 22. Juni 2016 durch eine Online-Registrierung (siehe oben) ersetzt! Diese Auflistung dient nur der Dokumentation.

Einen Termin in der Türkei bekommt man nur über den Callcenter-Dienstleister iData. Das kostet pro Familienmitglied 5 Euro, die beim Anruf über Kreditkarte abgerechnet werden können. Für die Terminvereinbarung braucht man: 1. die Passnummern, Namen und Geburtsdaten ALLER Familienmitglieder 2. eine zuverlässig funktionierende Telefonnummer 3. eine zuverlässig funktionierende E-Mail-Adresse

Näheres zur Terminvereinbarung über iData steht auf der Internetseite der Botschaft, nämlich hier http://www.tuerkei.diplo.de/Vertretung/tuerkei/de/02-visa/wichtige-mitteilung-fz-zu-anerkannte-schutzberechtigte.html

Man erreicht iData unter der Nummer +902129708493. Man muss sich manchmal nur wenige Sekunden, manchmal aber auch 5 bis 10 Minuten die Ansage auf Türkisch anhören, ehe die Ansage kommt „für Deutsch drücken sie bitte die 9“. Dann wird man irgendwann mit einer Deutsch sprechenden Mitarbeiterin verbunden.

Über das Festnetz der Telekom kostet ein Anruf normalerweise 9,9 Cent pro Minute. Billigvorwahlen funktionieren meistens nicht, da die Sprachqualität so schlecht ist, dass die Umschaltung auf Deutsch gar nicht anspricht.

Gleich zu Beginn des Gesprächs fragen die immer netten, akzentfrei Deutsch sprechenden Mitarbeiterinnen nach der Bezahlung und der Zahl der Personen, die einen Termin brauchen. Hier werden auch Babys mitgezählt! Dann einfach sagen, dass jetzt mit der Kreditkarte gezahlt werden soll. Nach Angabe der Kreditkartendaten und der Kontrollnummer auf der Rückseite, wird man für ein bis zwei Minuten in eine Warteschleife gelegt, bis die Zahlung bestätigt ist. Danach müssen die Daten der Familie durchgegeben werden: Zuerst die Hauptperson (meist die Mutter) mit Vorname, Name, Geburtsdatum und Passnummer. Nach der Hauptperson kommen die Kontaktdaten. Hier ist es sinnvoll, die eigene E-Mail-Adresse und Handynummer anzugeben. Sie dürfte zuverlässig funktioneren, und so behält man als Helfer den Überblick, ob alles klappt. Das ist einfacher, als nachher irgendwelche Adressen oder Telefonnummern zu ändern, weil XY sein Handy verloren hat. Nach den Kontaktdaten werden die Namen, Geburtsdaten und Passnummern der übrigen Familienmitglieder angegeben.

Man muss dabei alles buchstabieren (Anton, Ludwig, Anton, Anton,…..), was man am besten auf einem Notizzettel vorbereitet. Hier dürfen auf keinen Fall Fehler passieren, sonst steht die Familie irgendwann vor der Botschaft und wird nicht eingelassen.

Buchstabiert werden muss auch die E-Mail-Adresse (ganz wichtig). An diese wird gleich beim Gespräch eine Bestätigungsmail gesandt und dann zwei Monate vor dem Termin die eigentlichen Termindaten. Ohne ein funktionierende Adresse ist die Buchung also wertlos!

Wenn die Bestätigungsmail eingeht (meist schon während des Gesprächs) gleich prüfen, ob die Namen, die da irgendwo im sonst unverständlichen Text auftauchen, stimmen. Namen kann man allerdings grundsätzlich nicht mehr ändern. Hier sollte man am besten gleich stornieren und neu buchen. Das Risiko, dass die Frauen wegen eines falsch geschriebenen Namens nach Monaten des Wartens nicht eingelassen werden, sollte man nicht eingehen. Insgesamt kommt es aber sehr sehr selten vor, dass die Callcenter-Damen Fehler bei der Eingabe machen.

Eine Buchung kostet pro Person (auch Babys) 5 Euro, mit denen die Kreditkarte belastet werden. iData ist sehr zuverlässig – Probleme sind hier keine bekannt.

Ob man das Geld anschließend von den Flüchtlingen einfordert oder nicht, muss jeder selbst entscheiden.

Untauglich ist es, die Termine die Leute selbst machen zu lassen. Das funktioniert oft nicht, da manchmal nur für die Frauen (ohne Kinder) Termine gebucht werden oder sonstwie Fehler passieren. Man kann die Buchung ja nur auf Deutsch, Englisch oder Türkisch vornehmen, nicht aber auf Arabisch.

familiennachzug/ausreise_ueber_die_tuerkei.txt · Zuletzt geändert: 2017/03/08 11:09 von uller