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Termin und Visumvergabe

Termin bei der Botschaft

Beim Termin bei der Botschaft müssen in Beirut neben den erwachsenen Antragstellern nur Kinder erscheinen, die über zehn Jahre alt (Änderung: früher war es zwölf Jahre!) sind, in der Türkei und allen anderen Konsulaten und Botschaften jedoch alle Kinder.

Eine Anmerkung noch zu Beirut: Mit der ausgedruckten Mail mit dem Botschafts-Termin erhält die Familie an der syrisch/libanesischen Grenze ein Visum, mit dem sie in den Libanon einreisen können. Bei Syrern mit syrischen Reisepässen ist dieses 48 Stunden lang gültig, bei Palästinensern, die aus Syrien kommen, lediglich 24 Stunden. Achtung: Kinder, die keinen Termin brauchen und für die es daher keine Terminbestätigung gibt, können an der Grenze abgewiesen werden.

Die Botschaft nimmt bei Termin alle Dokumente entgegen und prüft sie. Seit Frühjahr 2017 werden in Beirut und in Erbil die Anträge grundsätzlich von IOM-Mitarbeitern angenommen, was am Verfahren aber im Prinzip nichts ändert.

Die Visaanträge werden dann von den Botschaften geprüft, wozu auch eine genaue Untersuchung der Dokumente zählt. Im Regelfall schickt die Botschaft im Zuge dieses Verfahrens auch eine Anfrage an das Ausländeramt, das für den Schutzberechtigten in Deutschland zuständig ist. Dieses prüft dessen Identität und ggf. das Vorliegen der fristwahrenden Anzeige. Erst mit dem OK des Ausländeramts kann dann die Botschaft oder das Konsulat die Visa erteilen.

Dann erhalten die Antragsteller die lang ersehnte Nachricht, dass das Visum abgeholt werden kann. Diese Nachricht erfolgt telefonisch – deshalb auch die Telefonnummer, die schon bei der Terminanfrage angegeben werden muss. Es kann aber durchaus auch sein, dass sich die Botschaft meldet, weil noch Dokumente fehlen oder fehlerhaft sind. Diese Wartezeit schwankt sowohl in Beirut als auch in der Türkei sehr. Sie liegt derzeit (November 2017) in Beirut bei 3 bis 6 Monaten, in der Türkei bei etwa 6 bis 12 Wochen.

Sachstandsfragen in dieser Wartephase sind bei den Botschaften zu Recht überhaupt nicht gerne gesehen und sollten unbedingt vermieden werden. Sollte es Probleme mit den Visa geben, meldet sich die Botschaft oder das Konsulat von ganz alleine. Läuft alles problemlos, kann ein Anruf das Verfahren auch nicht beschleunigen.

Wer dennoch einen triftigen Grund hat, nach dem Verfahrensstand zu fragen, sollte das statt bei der Botschaft beim Auswärtigen Amt in Berlin tun. Dazu nötig ist ein Dokument, auf dem „Kassenzettel/Abholnachweis“ steht und das die Botschaft den Antragstellern aushändigt, wenn diese die Visumgebühr bezahlt haben. Auf dem Kassenbeleg ist zwischen zwei Sternchen eine sechstellige Antragsnummer (*123456*) vermerkt, die im übrigen immer angegeben werden muss, wenn noch Dokumente zu einem Antrag nachgereicht werden müssen. Wer zu dieser Antragsnummer auch Name und Geburtsdatum des Antragsstellers vorweisen kann, erhält beim Auswärtigen Amt Auskunft. Über eine zentrale Datenbank haben die Mitarbeiter in Berlin in der Regel Einblick in die Akten, die in den Botschaften liegen und alle digitalisiert sind. Die E-Mail-Adresse bitte unter presse@asyl-gomadingen.de erfragen.

Wurde der Antrag in Beirut bei IOM gestellt, was inzwischen die Regel ist, gibt es keinen solchen Kassenzettel. Stattdessen erhalten die Antragsteller einen Beleg von IOM, der eine vierstellige Nummer enthält.

Ganz wichtig: Bei der Anfrage nicht vergessen, in welcher deutschen Vertretung der Antrag gestellt wurde.

Nochmals: Sachstandsfragen möglichst vermeiden. Wir kennen keinen einzigen Fall, in dem diese irgendeinen beschleunigenden Effekt gehabt hätten.

Visumvergabe

Igendwann ist es dann soweit: Die Familie bekommt ein Visum, das zur Einreise nach Deutschland berechtigt. Sie muss dazu mit den Pässen in der Botschaft erscheinen, wo dann die Visa eingeklebt werden. Syrer, die sich in Syrien aufhalten und in Beirut ihre Visa beantragt haben, müssen hierzu ihre Pässe über Kuriere nach Beirut und zurück schicken. Sie haben nämlich das Problem, dass sie ohne eigenen Termin nicht in den Libanon einreisen dürfen.

Das Visum ist für 90 Tage gültig. Innerhalb dieser Zeit muss die Familie dann beim für den Schutzberechtigten in Deutschland zuständigen Ausländeramt einen Aufenthaltstitel beantragen. Das geht meist nicht ohne einen Termin, ist aber in der Regel problemlos und kostenlos. Die Dauer der Aufenthaltserlaubnis der Familie entspricht übrigens auf den Tag genau der des Angehörigen, zu dem sie nachgereist ist. Läuft beispielsweise der Aufenthaltstitel des Vaters bis 16.03.2019, dann gilt das auch Frau und Kinder, auch wenn sie erst im Oktober 2016 eingereist sind. In einigen Fällen wird aber auch nur ein Aufenthaltstitel von einem Jahr erteilt.

Den Flug muss die Familie übrigens selber buchen und bezahlen – Gerüchte, nach denen das Jobcenter die Kosten übernimmt, sind definitiv falsch. Es gibt jedoch die Möglichkeit, über Beratungsstellen der Diakonie einen Zuschuss oder ein Darlehen zu erhalten.

Noch etwas zur Ausreise über den Libanon: Mit einem syrischen Pass mit eingeklebtem Visum können Syrer in der Regel problemlos in den Libanon einreisen, wenn zudem noch eine Flugbuchung nach Deutschland vorgelegt werden kann. Dann erhalten sie ein 24- oder 48-Stunden-Visum.

familiennachzug/termin_und_visumvergabe.txt · Zuletzt geändert: 2017/11/09 15:13 von uller