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familiennachzug:uebersicht

Allgemeines

Was heißt Familiennachzug?

Grundsätzlich gilt: Wenn ein Flüchtling in Deutschland anerkannt ist, kann er seine Familie auf regulärem Wege nachziehen lassen. Dazu muss er selbst zunächst formal den Familiennachzug beantragen. Seine Familie muss dann in dem Land, in dem sie sich aufhält, in eine deutsche Botschaft gehen, und ein Visum beantragen. Wird dieses Visum erteilt, kann sie ganz offiziell nach Deutschland reisen und erhält dort sofort den Aufenthaltsstatus des bereits dort lebenden Familienangehörigen (mit Ausnahme des Rechts auf den Familiennachzug weiterer Personen). Der lange Prozess mit Landeserstaufnahmestelle, Asylverfahren, vorläufiger Unterbringung…. entfällt.

Ein Recht auf Familiennachzug haben jedoch nur die Ehepartner sowie minderjährige Kinder! Also keine Mütter, Väter, Onkel, Großmütter, ….

Mit dem Asylpaket 2 hat die Bundesregierung das Recht auf Familiennachzug eingeschränkt: Flüchtlinge, die nur noch subsidiären Schutz in Deutschland genießen, haben bis zum 16. März 2018 KEIN RECHT auf Familiennachzug mehr. Davon waren bisher nur wenige Flüchtlinge betroffen – Syrer, die 2015 nach Deutschland eingereist sind, erhielten in der Regel einen Flüchtlingsstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention. Das hat sich jedoch geändert: Inzwischen erhalten 75 Prozent der syrischen Flüchtlinge nur noch subsidiären Schutz.

Nach Ansicht des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg „können Betroffene diesen Anspruch [auf Familiennachzug] nicht einlösen, weil ihnen unüberwindbare bürokratische Hürden in den Weg gelegt werden.“ Die Zusammenführung von Familien werde systematisch verhindert, das ergebe die Auswertung eines Projekts zum Familiennachzug, das PRO ASYL gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen gestartet hat. Der gesamte Artikel ist unter www.proasyl.de/news/familiennachzug-wird-systematisch-verhindert/ nachzulesen.

familiennachzug/uebersicht.txt · Zuletzt geändert: 2016/10/09 23:05 von uller